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Fachwerk

Fachwerkhäuser besitzen einen besonderen Charme. Die Räume sind häufig klein und kuschelig, zudem ohne jeden rechten Winkel. Dies stellt besondere Herausforderungen an die Inneneinrichtung in Bezug auf Kreativität und handwerkliches Können.

Da Fachwerkhäuser meist auch sehr alt sind, stehen sie oft auf gewachsenen Grundstücken, innerhalb von altem Baumbestand und sind dadurch auch von außen besonders schön und einladend.

Die Symbiose aus der tragenden Holzkonstruktion und der Ausfachungsmaterialien benötigt unsere besondere Aufmerksamkeit. Es ist unbedingt erforderlich das Holz bestmöglich vor Schäden zu schützen, dazu gibt es mehrere Wege:

(Bilder zum vergrößern anklicken)

Die Ausfachung mit Lehm

Historisch wurden Fachwerkhäuser mit Lehmbewurf auf Holzstaken ausgefacht. Es gibt dazu verschiedene Techniken, die alle auf dem gleichen Prinzip beruhen. Die Hölzer wurden in das Fachwerk eingekeilt oder geflochten ( Weiden oder Haselnuß ) und anschließend mit Strohlehm verputzt. Für den Wetterschutz hat man die Außengefache mit einem Kalkputz versehen.
Diese Methode wird heute noch angewendet, wenn z.B. Gefache in einem Denkmal ersetzt werden müssen. Das Weidengeflecht ist außerordentlich stabil, gleichzeitig aber felxibel genug um Bewegungen des Fachwerks (Holz) auszuhalten.

Heutzutage wird bevorzugt mit Lehmsteinen ausgemauert, ohne ein Holzgerüst. Stattdessen keilt man eine Nut in das umliegende Holz um eine Verkrallung des Gefach mit dem Fachwerk zu erreichen.

Weidengeflecht

Warum Ausfachung mit Lehm? Der Lehm absorbiert anfallendes Wasser und quillt auf. Das Wasser wird dadurch vom Holz bestmöglich ferngehalten, zudem schließt sich die Fuge, die unweigerlich zwischen Holz und Gefach entsteht (egal welches Material zur Ausfachung verwendet wird! ) . Gerade die Kapillareffekte an dieser Fuge können zu massiven Schäden am Holz führen und werden durch ungeeignete Ausfachungsmaterialien (z.B. Zement, Gips, Gasbeton) dramatisch verstärkt. Die lange Lebensdauer von Fachwerkhäusern, die mit Lehm ausgefacht sind und seit mehreren hundert Jahren schadenfreies Holz haben, gibt der Lehmmethode Recht.

Die Ausfachung mit Steinen

Die Ausfachung mit Steinen war eine Frage der Möglichkeiten, bzw. des Geldes. Ein ausgemauertes Fachwerkhaus wurde als stattlicher angesehen, es bedurfte aber auch eines erheblichen Aufwand um die Steine heranzubringen. Heutzutage ist die Ausmauerung Standard, da es sogar Lehmsteine gibt.

Welche Steine sind nun geeignet und wie sollte vermauert werden?

Der Stein sollte so  weich wie möglich sein um maximale Wasseraufnahme zu gewährleisten. Für alte Fachwerkhäuser sollte ein regional verfügbarer Stein genutzt werden. Wichtig ist es einen Kalkmörtel zu verwenden, der ähnliche Eigenschaften hat, wie Lehm. Kalkmörtel stellt sicher das der Balken nicht durchnäßt wird. Zementmörtel im Gefach wird die Balkenkonstruktion zerstören.

Der Verputz der Gefache

Lehmausfachungen müssen, Steinausfachungen können verputzt werden.

Kalkputze haben sich hier über Jahrhunderte bewährt. Diese Putze gibt es als Fertigmischung von verschiedenen Herstellern, wir verfügen natürlich auch über ein Rezept für die Baustellenmischung. Es ist besonders wichtig, den Putz nicht zu hart zu wählen, sonst wird er abplatzen. Die Wetterseiten wurden oft besonders geschützt, z.B. durch Verschieferungen oder Holzverschalungen, je nach Region.

Insgesamt ist das Thema Fachwerkhaus so komplex, das für jedes Haus eine individuelle Beratung erfolgen sollte, in der mögliche und notwendige Maßnahmen festgestellt werden. Wenn Sie Interesse haben, wir führen eine umfassende Erstberatungen vor Ort durch, gegen einen vorher festgelegten Preis.

Die Firma Qubicus kann Ihnen für spezielle Anforderungen auch Bohrwiderstandsmessungen der Holzkonstruktion anbieten, dazu verweisen wir an Herrn Mathias Gläser, Firma Qubicus vom Restauratorenring.

www.qubicus.de

Neue Fachwerkhäuser

Fachwerkhäuser sind ausgewöhnlich schön und daher auch als Neubau interessant. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Zimmerei Fuhrberger und Lippe-Fachwerkhaus und deren Internetseiten, die viel Erfahrung mit dem Bau neuer Fachwerkhäuser haben.

www.fuhrberger.de

www.akfw.de

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